Rezension: ELIA - Die Welt färbt sich bunt

 

 

Am liebsten schreibe ich Rezensionen über neue EPs, nachdem ich sie das erste Mal gehört habe. In dem Moment kann man am besten die ersten Gedanken und die Stimmung wiederspiegeln. Die gewohnte Vertrautheit hat sich dann noch nicht eingestellt.

 

Dennoch möchte ich euch heute von einer neuen EP erzählen, an die ich nicht mehr ganz unvoreingenommen ran gehen kann, aber die ihr trotzdem unbedingt im Blick haben solltet.

 

 

 

 

Vor genau einer Woche hat "Die Welt färbt sich bunt" von "Elia" das Licht der Welt erblickt. Seit dem habe ich die sechs Stücke der EP förmlich verschlungen. Vom ersten Moment an hat sie mich abgeholt und mitgerissen. Mit ihren aussagekräftigen, tiefgreifenden und emotional vorgetragenen Texten, in die man sich komplett fallen lassen kann. Mit der abwechslungsreichen Kombination von Rap und härterem Gesang. Mit ihrem fantastischen Einklang der verschiedenen Elemente. Musik, die berührt und etwas in einem auslöst. Melancholisch. Nachdenklich. Inhalte, die einem aus dem Herzen sprechen. Genau darauf kommt es an.

 

Song 1: "Die Welt färbt sich bunt"

"Die Welt färbt sich bunt" ist der Titelsong der EP und beschreibt die Reflexion einer zwischenmenschlichen Beziehung und die Frage, ob es in einer bunten Welt ohne diesen Menschen nicht vielleicht viel schöner ist. Vollgepackt mit einer bildlichen Sprache und einer tiefen Nachdenklichkeit strickt der erste Song direkt den perfekten roten Faden, der sich weiter durch die komplette EP zieht.

 

Song 2: "Wo stehen wir jetzt"

Die Frage nach dem "Wo stehen wir jetzt" beschreibt treffend die verstrickte Situation des Protagonisten, der sich nicht von seiner Vergangenheit lösen kann. Gleichzeitig kann er aber auch nicht abstreiten, dass es alleine besser für ihn läuft. Es geht ums Älterwerden. Um die Schnelllebigkeit der Zeit. Um den quälenden Zwiespalt zwischen festhalten oder loslassen. Das Ganze wieder unterstrichen mit emotionalem, druckvollem Gesang und einer verträumten Melodie.

 

Song 3: "Drinks"

Auch der dritte Song beschreibt eine nachdenkliche, schwere, trostlose Zeit des Protagonisten, der sich nicht von seiner Vergangenheit lösen kann. Er kommt nicht zur Ruhe und versucht seine Sorgen in Alkohol zu ertränken. Er ist sich selbst fremd und fühlt sich allein. Sieht keinen Ausweg mehr. Der Song beginnt mit dem Piepen eines Herzfrequenz-Messgeräts, was die Frage offen lässt, ob sich der Protagonist nicht bereits ins Koma getrunken hat. Er konnte nicht genug bekommen.

 

Song 4: "Weil es uns gehört"

Die Zeit, die uns gehört. Die Erinnerungen, die uns niemand mehr nehmen kann. Wir sind jetzt und hier an unserem Ort. Niemand kann das ersetzen. Auch dieser Song handelt vom Älterwerden und Zurückblicken. Der Refrain und die Melodie sind sehr eingängig und laden direkt zum Mitsingen ein.

 

Song 5: "Tanz"

"Tanz" ist wohl der positivste Song der EP, denn er liegt im Jetzt und Hier. Den Moment zu leben und alles links liegen zu lassen. Keine Angst zu haben. Nicht nachzudenken. Nur zu tanzen und zu springen, als gäb es kein Morgen mehr. Gleichzeitig für den Zuhörer eine unmissverständliche Aufforderung zum Tanzen. Still sitzen ist fehl am Platz.

 

Song 6: "Winter"

"Winter" ist der perfekte Ausklang der EP. Die Farben des Herbstes gehören der Vergangenheit an und weichen dem Winter. Der wohl persönlichste und emotionalste Song. Er handelt von Verlust und von wichtigen Dingen, die man gerne noch machen würde, wozu man aber keine Gelegenheit mehr bekommen wird. Es geht um schöne und doch schmerzliche Erinnerungen. Um das gemeinsame Trostsuchen. Mit ihr.

 

 

Insgesamt eine EP, die unter die Haut geht und komplett in sich stimmig ist. Es gibt keinen Song, der das Bild stört. Eine harmonische Geschichte mit Höhen und Tiefen. Bezaubernde Melodien. Musik, die direkt ins Ohr geht und hängen bleibt.

 

Hört unbedingt rein!

mehr lesen 0 Kommentare

Smashbrothers - Trails

Am Freitag machte ich mich mal wieder auf den Weg ins Blue Shell, wo an diesem Abend die Foxhead Session stattfand. Schon zuvor hatte ich gelesen, dass die Smashbrothers als Support spielen würden. Eine Band aus Bonn, der ich schon bei einigen Veranstaltungen über den Weg gelaufen war. Ganz unverhofft bekam ich ihre EP "Trails" in die Hand gedrückt.

mehr lesen 0 Kommentare