5.02.2017 - Blind Audition Vol.13

 

 

Jeder von euch kennt wahrscheinlich die Vorfreude und die Erwartungen, wenn man zu einem Konzert seiner Lieblingsband fährt. Doch es ist nochmal eine komplett andere Sache, wenn man sich auf den Weg zu einem Konzert macht, wo man nicht weiß wer überhaupt singen wird. Und wenn das Ganze dann noch im Dunkeln stattfindet, dann wird die ganze Sache zum absolut umwerfenden Abenteuer.

 

Unglaublich gespannt machten wir uns an diesem gemütlichen Abend des 5. Februars also auf den Weg zum Comedia Theater in Köln, wo die 13. Ausgabe der Blind Audition stattfinden sollte. Alle Tickets waren bereits ein paar Tage zuvor restlos ausverkauft gewesen und so konnten wir von Glück sprechen, dass wir genau in der Mitte nebeneinander noch zwei gemütliche Sitzplätze ergattern konnten. Am Eingang hatten wir zuvor jeweils eine "Stimmen-Rätselkarte" mit Farbstickern (siehe Bild) und eine "Blind Audition"-Schlafmaske bekommen. Übrigens handelte es sich bei dieser Ausgabe um die Premiere in einer größeren Location, denn die Show hatte bis dahin mit der Hälfte der Personen im Stadtgarten stattgefunden.

Aufgeregt tauschten wir kurz ein paar Spekulationen darüber aus, was uns nun wohl erwarten könnte. Wir wussten im Vorfeld schließlich nur, dass es sich bei der Show um eine "Frauen-Edition" handelte, bei der nur Sängerinnen auftreten würden. Und dunkel würde es werden. Einige Minuten später ging es dann auch schon los und Moderator und Pianist Constantin eröffnete die Show mit einer herzlichen, erfreuten Begrüßung, der Vorstellung der Band, spaßigen Sicherheitshinweisen und einigen ersten Erklärungen zum Ablauf des Abends. Als auf die Frage, ob jeder eine Maske bekommen hat, ein Mann in der ersten Reihe verneinte und sagte: "Ich bin blind!", waren alle sprachlos und mussten herzlichen lachen. Eindeutig ein sehr humorvolles Publikum!

 

Es gab also vier Sängerinnen, die zuerst jeweils zwei Lieder präsentieren durften. Jedem wurde die Entscheidung überlassen, ob man die Sängerinnen vor dem Auftritt schon einmal kurz sehen wollte oder nicht. Wir entschieden uns dagegen und zogen die Masken auf, um die Spannung und die Einschätzung durch unsere Sinne aufrecht zu erhalten. Damit war der Zweck der Masken auch schon erfüllt, denn der Rest des ersten Teiles der Show fand nun im Dunkeln statt.

 

Die Band bestehend aus zwei Background-Stimmen, Piano, Gitarre, Bass, Saxophone und Drums bildeten die Grundlage für die Sängerinnen. Jeder der Band hatte eine dunkle, viereckige Box vor sich, in der die sogenannten "Blind-Sheets" versteckt waren. "Blind-Sheets" sind extra konzipierte Notenblätter, die im Dunkeln leuchten und die man nachher sogar als Andenken käuflich erwerben konnte.

 

Endlich ging es los. Schon die ersten Töne trafen mich mit so enormer Wucht, dass ich direkt eine Gänsehaut bekam. Es ist ein absolut unglaubliches Gefühl, Musik nur mit dem Gehörsinn zu erleben, während alle anderen Sinne keine Rolle mehr spielen müssen.

Nachdem alle vier Sängerinnen jeweils zwei ausgewählten Stücke präsentiert hatten und zwischendurch auch nochmal etwas durch den Moderator erklärt wurde, folgte nach einer etwas längeren Pause der zweite Teil, bei dem alle nochmal hintereinander ein weiteres Stück sangen. Bei den Stücken handelte es sich bis auf ein, zwei selbstgeschriebenen Ausnahme um bekannte Cover, wie zum Beispiel von Ed Sheeran, Britney Spears oder den Jackson Five.

 

Mittlerweile hatte sich wohl jeder schon ein Bild zu den Stimmen gemacht oder die Stimmen zugeordnet, wenn man sich die Sängerinnen vorher schon angesehen hatte. Wir hatten versucht die Stimmen anhand Merkmalen wie dem Stimmvolumen, dem gewissen "Reifegrad" oder der bemerkbaren Erfahrung einzustufen. Ich bemerkte auch immer aufs Neue, dass ich nach mir bekannten Nuancen in den Stimmen suchte, um sie mit anderen Sängerinnen zu vergleichen. So dachte ich fälschlicherweise bis zum Ende auch, dass ich eine der Sängerinnen mit Sicherheit kennen würde. Der Rätselspaß konnte nun also richtig beginnen.

 

Die vier Sängerinnen betraten die Bühne und jede bekam ein farbiges Tuch, welches für die bunten Sticker auf den Wahlzetteln stand. Da wir uns die Sängerinnen vorher nicht angeschaut hatten, war ich teilweise doch sehr überrascht, wie richtig oder falsch ich mit meiner Vorstellung gelegen hatte. Zwei passten absolut zu meinen Bildern und zwei hatte ich mir ganz anders vorgestellt.

 

Während alle Wahlzettel eingesammelt und ausgewertet wurden, nutzte man die Zeit für noch ein paar Lieder im Hellen. Unter allen richtigen Wahlzetteln wurden drei Preise verlost. So blieb es bis zum Ende spannend.

Fazit:

 

Es war ein unglaublich schöner Abend der ganz besonderen Art. Es ist schwer ein so tolles, interaktives Konzert-Konzept ausreichend zu beschreiben. Jeder sollte diese besondere Reise der Sinne unbedingt einmal selbst erleben, denn Worte reichen für so ein einzigartiges Erlebnis nicht aus! Auch wenn der Musikstil nicht ganz in meine Richtung ging, so stand dies diesem außergewöhnlichen Abenteuer in keinster Weise im Weg. Wirklich für jeden zu empfehlen!

 

Zu der Entwicklung der Show kann ich leider nicht sehr viel sagen, da es sich wie gesagt um meinen ersten Besuch handelte. Es steht aber fest, dass man in das Kozept wirklich viel Mühe investiert hat, um dem Publikum etwas neues, einzigartiges präsentieren zu können. Der Abend wurde mit viel Liebe zum Detail ausgeschmückt und man konnte sich zwischen so vielen herzlichen Menschen wirklich nur wohl fühlen. Hut ab.

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